Paartherapie
Hintergründe und Erscheinungsformen von Paarkonflikten
Konkrete Lebensbereiche
Viele Paarkonflikte entwickeln sich aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen und Verhaltensweisen der jeweiligen Partner in den Bereichen Finanzen, Kindererziehung, Haushaltsführung, Freizeitgestaltung, Job & Karriere, Rollenverständnis und Aufgabenaufteilung.
Vertrauensbruch durch Fremdgehen, Affären, Untreue
Die Gründe für Untreue sind vielfältig. Egal warum, geht jemand fremd ist das immer ein starker Einschnitt in die Paarbeziehung. Es kommt zu Verletzung, Kränkung, aber vor allem zu einem massiven Vertrauensverlust. Häufige Fragen sind: Will und kann man noch zusammenbleiben? Kann Vertrauen wieder aufgebaut werden? Wie geht es weiter?
Probleme im Alltag
Manche Beziehungsprobleme äussern sich “nur” im alltäglichen Zusammenleben. Die nicht richtig eingeräumte Spülmaschine, die Socken im Flur, die falsch ausgedrückte Zahnpastatube, gegenseitige Belehrungen, Kriteleien, oder eine ganz allgmeine Unzufriedenheit mit dem Partner. Diese stereotypischen, alltäglichen Konflikte müssen noch lange kein Grund für eine Paartherapie sein, können aber in einer Paartherapie effektiv bearbeitet werden. Manchmal sind diese Alltagskonflikte aber auch “Symptome” für dahinterliegende Beziehungsthemen.
Verdeckte Beziehungsprobleme
Andere Beziehungsprobleme sind eher unter der Oberfläche. Der Alltag läuft relativ harmonisch, die Einkäufe werden gemacht, Essen wird gekocht, Kinder werden betreut, man räumt gemeinsam auf, man trifft Freunde und unternimmt gemeinsam etwas. Trotzdem fühlt sich ein Partner in der Beziehung einsam, nicht gesehen und nicht wertgeschätzt. Es fehlt einem etwas, manchmal beispielsweise das Gefühl der Anerkennung oder Nähe. Manchmal ist auch das Vertrauen verloren gegangen oder zumindst nicht mehr so, wie es einmal war. Die Gründe dafür sind vielfältig und sehr individuell.
Nähe und Distanz zueinander
Manche ungelöste Beziehungsthemen äussern sich nur in fehlender Nähe, kaum mehr Körperkontakt oder Zärtzlichkeiten, an Sex ist gar nicht mehr zu denken.
Eskalierende Konflikte
Sind die Beziehungsprobleme weiter voran geschritten, äussern sie sich stärker und direkter. Eskalierende Konflikte, gegenseitige Vorwürfe und Schuldzuweisungen, Entwertungen und Beschimpfungen, bis hin zu körperlicher Gewalt. Offene und verdeckte Machtkämpfe.
Kommunikation als Paar
Die Art und Weise wie Paare miteinander kommunizieren ist bekanntlich ein starker Einflussfaktor auf die Beziehungszufriedenheit. In vielen Fällen ist eine ungeschickte Kommunikation der Auslöser für Paarkonflikte. Deshalb kann Kommunikation in einer Paartherapie ein mögliches Thema sein. Manchmal ist eine ungüngstige Kommuniktion (z.B. Anklagen, Vorwürfe, Beschuldigungen, Schweigen u.a.) allerdings nur ein Symptom für dahinterliegende unerfüllte Bedürfnisse, Kränkungen oder Wünsche.
Karriere - Beziehung und Familie
Beruflicher Erfolg, Verantwortung und Engagement im Job sind für viele Menschen wichtige Bestandteile ihres Lebens. Konflikte entstehen jedoch dann, wenn die Arbeit zunehmend den größten Teil der Aufmerksamkeit, Energie und Zeit beansprucht und die Beziehung in den Hintergrund gerät. Nicht selten entstehen bei einem Partner Enttäuschung, Frustration und das Gefühl, in der Prioritätenliste des anderen keinen ausreichenden Platz mehr zu haben. Auf der anderen Seite erlebt die beruflich stark engagierte Person die Situation häufig anders.
Wie kann Paartherapie Sie unterstützen
Während manche Paare ihre Beziehungskonflikte gut lösen können, führen andere Paare heftige, immer wiederkehrende Auseinandersetzungen bis zur Erschöpfung und absoluten Verbitterung über einander. Viele Paare möchten auch die finanziellen und emotionalen Kosten einer Trennung oder Scheidung vermeiden. Stattdessen wollen sie wieder zu einer guten Beziehung finden und entscheiden sich deshalb zu einer Paartherapie. Manche Paare lassen es erst gar nicht soweit kommen, dass Konfliktspiralen entstehen und dass das tägliche Miteinander nur noch aus Streitereien und Sticheleien besteht. Sie nutzen Paartherapie als regelmässige Beziehungspflege, um potenzielle Konfliktthemen frühzeitig anzusprechen und zu klären.
Die Paartherapie kann Sie in jedem Fall dabei unterstützen, einen Umgang in Konflikten zu finden, bei dem Sie sich beide in Ihren Gefühlen, Ihren Standpunkten und Ihren Bedürfinssen sehen, hören und verstehen. Das geschieht in einem geschützten, neutralen Raum, ohne Wertung und ohne Moralisieren.
In vielen Fällen lässt sich in wenigen Sitzungen Paartherapie unnötiges Leid vermeiden und es entsteht wieder ein echter, liebevoller Kontakt zueinander.
Insgesamt hat Paartherapie das Ziel, dass Sie beide ein besseres Verständnis für Ihre Beziehungsdynamik bekommen, dass Sie - falls erfoderlich - in Ihrer Kommunikationsfähigkeit und Ihrer Beziehungskompetenz gestärkt werden. Eine grundlegende Voraussetzung für positive Veränderung ist die Einsicht, dass an den Paarkonflikten nur selten ein Partner schuld ist, sondern beide Partner immer einen gewissen Anteil daran haben.
In der Regel geht es um aktuelle Probleme und aktuelle Beeinträchtigungen ihrer Beziehung, und um konkrete Veränderungen des Verhaltens beider Partner. Diese Veränderung können sich auf den Umgang miteinander, auf Einstellungen, aber auch z.B. auf die alltägliche Aufgabenverteilung beziehen. Sie entscheiden, mit welchen Themen Sie sich befassen möchten.
Bei einer Trennung kann eine Trennungsbegleitung und Mediation weiterhelfen.
Falls ein:e Partner:in den Sinn einer Paartherapie für sich nicht oder noch nicht sieht, können Sie in der Einzelberatung persönliche Themen, die die Partnerschaft betreffen oder beinträchtigen effektiv bearbeiten.
Inhalte und Ziele der Paartherapie
Grundsätzlich sind die Inhalte nicht vorgegeben. Sie entscheiden, an was Sie als Paar “arbeiten” wollen. Oberster Leitsatz ist in meiner Paartherapie, auf Lösungen hin zu arbeiten. Diese können auf einer ganz praktischen Ebene stattfinden. Manche Paare nutzen Paartherapie beispielsweise, um Vereinbarungen zu verhandeln, wie die alltäglichen Aufgaben aufgeteilt werden. Welche Kompromisse möglich sind bei unterschiedlichen Vorstellungen der Haushaltsführung, der Finanzen, der Ordentlichkeit u.v.m.
Andere Lösungen entwickeln sich aus dem gegenseitigen Verständnis heraus, wer welche Konflikt- und Stressmuster in die Beziehung bringt, und wie sich diese Konfliktmuster gegenseitig hochschaukeln. Welche Beziehungsdynamik entsteht dabei? Wie entstehen dabei Konfliktspiralen und wie werden diese vom Paar aufrechterhalten? Wer hat welche Bedürfnisse? Welche neuen Verhaltensweisen kann jeder erlernen um diese Paarkonflikte zu reduzieren oder zumindest nicht eskalieren zu lassen.
Oft hilft es, den lebensgeschichtlichen Hintergrund beider Partner mit einzubeziehen. So gelangen beide Partner zu einem tiefen Verstädnis füreinander. Beide Partner erlangen so eine Souveräntität und Gelassenheit.
In meiner Paartherapie geht es insgesamt darum, die eigene Beziehungs- und Kommunikationskompetenz zu stärken und so unabhängiger zu werden. Das ermöglicht eine gleichberechtigte Partnerschaft auf Augenhöhe zu führen.